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Geschichte Salmanskirchen

Zur Geschichte von Salmanskirchen, seinen Adelsgeschlechtern und sonstigen Begebenheiten

Die erste urkundliche Erwähnung von Salmanskirchen stammt von 1177/83, wo ein Heinricus von Salbarnchirchen belegt ist. Der Name ist von sal = Herrenhaus und bur = Gebäude oder Gehöft abzuleiten, also Kirche bei einem Herrenhaus.

Das Herrenhaus bzw. Schloß befand sich zu dieser Zeit noch neben der Kirche auf dem Berg (Teile des heutigen Pfarrhofkellers stammen noch aus dieser Zeit).

Seit Anfang des 13. Jahrhunderts begegnen uns die Pfäffinger als Herren von Salbernkirchen. Die hatten ihren Stammsitz in Steeg bei Buchbach. Weitere Linien des Rittergeschlechts der Pfäffinger waren auch in Landsberg, Isen und St. Wolfgang angesiedelt.

Durch Erbschaft gelangen die Salmanskirchner Pfäffinger im Jahre 1375 in das Amt eines Erbmarschalls am Hofe der bayrischen Herzöge in Landshut.

Kirchlich gehört Salmanskirchen zu Pfarrei Lohkirchen und der jeweilige "Gesellpriester" ist für die Seelsorge in der Filialkirche verantwortlich.

In der Charwoche des Jahres 1397 stiftet Ritter Andre Pfäffinger für Salmanskirchen eine ewige Messe und begründet das Benefizium. Die Stiftung wird mit zahlreichen abgabepflichtigen Höfen und Hueben der näheren Umgebung bedacht.

1463 wird das alte Schlossgebäude durch einen Brand völlig zerstört. Gentiflor Pfäffinger hat als Hofmeister des Herzogs Ludwig von Landshut Niederbayern die finanziellen Möglichkeiten und erbaut sich sein neues Schloß mit Wirtschaftsgebäuden und Wassergraben nun im Tal.

1475 wird Gentiflors Sohn Degenhard geboren. Dieser kam bereits in jungen Jahren an den Hof der Herzogin Hedwig, der Gemahlin Georgs des Reichen, auf die Burghausener Burg. 1493 wechselte er an den Hof des Kurfürsten Friedrich des Weisen von Sachsen und wurde dessen Sekretär und Kämmerer.

Er war einer der reichsten und einflussreichsten Männer der damaligen Zeit. Auch mit Martin Luther und dessen reformatorischen Lehren hatte der Pfäffinger am Hofe des Kurfürsten einiges zu tun.

Das Schloß Salmanskirchen hat Degenhard in der Folgezeit noch bedeutend erweitert und verschönert.

Die Kirche, die er mit seinem Vater neu gebaut hatte, bedachte er mit Schenkungen und Stiftungen und mit einer großen Zahl von Reliquien, die er von seiner Pilgerreise ins heilige Land mitgebracht hatten.

Degenhard heiratet 1515 Erntraut von Seiboltstorff. Die Ehe blieb kinderlos, und so ist Degenhard als der Letzte seines Geschlechtes 1519 in Frankfurt am Main, wohin er den Kurfürsten zur kaiserwahl begleitet hatte, gestorben.

Nach einem Jahrzehnt der Erbauseinandersetzungen und Erbteilungen wird schließlich Degenhards Vater, Hans III. von Herzheim zum neuen Schloss- und Hofmarksherrn auf Salbernkirchen.

Dessen Sohn Hans Jordan von Herzheim, ein eifriger Verfechter der neuen lutherischen Glaubenslehre tritt das Erbe seines Vaters 1532 an. Er weigerte sich 14 Jahre lang seinen katholischen Benefiziaten anzustellen, einen evangelischen Prädikanten mußte er auf Befehl des Herzogs Albrecht entlassen. Mit seinem Sohn Cuno von Herzheim, einem ebenfalls uberzeugten Lutheraner, stirbt 1603 der letzte männliche Herzheimer.

In rascher Folge wechseln nun auf Schloß Salmanskirchen die Eigentümer. Erben des Cuno von Herzheim werden zuerst die derer zu Tannberg auf Arolzmünster und Offenberg, dann die Nothaft zu Weißenstein und Wernberg.

1640 gelangten die Hofmark in den Besitz derer zu Taufkirchen und Guttenburg. Diese verkaufen 1697 Salmanskirchen an Freiherrn Maximilian von Húndt zu Lauternbach.

1710 erwirbt Ferdinand Maria Franz von Neuhaus zu Zangberg das Schloß und die Hofmark Salmanskirchen.

Von der überwiegenden Bevölkerung, den Bauern, Handwerkern und Tagelöhnern dieser Zeit ist nur sehr wenig überliefert. Wichtig war den damaligen Schloss- und Grudherrn in ihren Aufzeichnungen über ihre Untertanen nur das jeweilige Anwesen, das diese zu bewirtschaften hatten, und die möglichen Einnahmen daraus.

Die Abgaben an den Grundherrn wurden nach dem Hoffußsystem bemessen. Mit dem Hoffußsystem wurde die Ertragsleistung eingeschätzt. Die Größe eines Hofes oder einer Sölde war ein Teil dieses Schätzsystems. Umgerechnet können ungefähr folgende Flächengrößen abgeleitet werden. Das Anwesen mit 1/1 Hoffuß entsprach ca. 140 Tagwerk, 1/2 Hoffuß ab ca. 80 Tagwerk, 1/16 Hof ab ca. 10 Tagwerk, 1/32 Hof bis 10 Tagwerk.

Aus Arichivunterlagen der Konskription der Untertanen des Landgerichts Neumarkt von 1754 und des Hofanlangenbuchs von 1760 sind in der ungeschlossenen Hofmark Salmanskirchen folgende Anwesen angesiedelt: Die größeren Anwesen mit je 1/4 Hoffuß waren die Anwensen Oberbaur, Berger, Niedermayr und Bruckmair. Der Pöckh, der Schmidt und der Würth folgten mit je 1/8 Hoffuß. Die Anwesen des Bader, des Kramer, des Karrers und des Mösner waren mit je 1/16 Hoffuß eintaxiert. Aufgeführt sind im Hofanlagenbuch noch die Sölden des Schuehmacher, Schneider, Mühler, Thallhammer, Erdschmidt, Judas, Rädlpruner, Sattler und des Metzger mit 1/32 Hoffuß sowie das Häusl vorm Holz.

Die bäuerlichen Anwesen außerhalb des Dorfes befanden sich überwiegend im kirchlichen Besitz. Der "Poxhamber" war abgabepflichtig zum Kollegiatstift Altötting, der "Kiferinger" und der "Aichinger" von Lutzenberg zum Kloster Baumburg, der "Hoswascher" zum Stift Berchtesgaden, der "Vogginger", der "Neundlinger", der "Zänckhl" sowieo der "Hilger" von Oberneuling waren an das Kloster Altenhohenau abgabepflichtig.

Das Karlsgut in Aidenbach gehörte zum Benefizium Salmanskirchen, das kleine Anwesen "Weeber" in Unterneuling (1/8 Hoffuß) und der Wimb-Hof (1/4 Hoffuß) in Oberneuling gehörten zum Pfarrhof Lohkirchen.

Der Linner-Hof von Lutzenberg, der Morwald-Hof von Aidenbah sowie der "Aichinger" mit je 1/2" Hoffuß gehörten dem Hofmarksherrn von Salmanskirchen. Der "Kager" von Berg (1/1 Hoffuß) war der Hofmark Hilling im Gericht Vilsbiburg zugehörig.

In Wendling gab es zwei Anwesen. Der größere "Wendlinger" mußte seine Abgaben an die Kirchenstifrung Oberbergkirchen abführen, der kleinere "Wendlinger" gehörte zum Lehen des Grafen Törring.

Hieraus ist auch zu entnehmen, dass sich die vorgenannte Anwesen in unserer näheren Umgebung bis zum Ende des 18. Jahrhundert ausschließlich im Besitz weltlicher und kirchlicher Grundherren (Klöster und Kirchenstiftungen) befanden. Freieigener Besitz war nicht vorhanden.

Die Säkularisation 1803 brachte auch in Salmanskirchen und Umgebung das Ende der kirchlichen Grund- und Gerichtsherschaft. In die Rechte der Klöster trat der Staat ein. Gegen Zahlung einer Ablösesumme erhielten die Bauern die Möglichkeit, die von ihnen bewirtschafteten Höfe zum Eigentum du erwerben.

Letzte Schlossherrin auf Salmanskirchen ist Gräfin Maria von der Wahl, sie stirbt 1807 ohne Nachkommen.

Um 1825 wird das Wohngebäude des Schlosses zum Großteil abgetragen. Die Wirtschaftsgebäude bleiben erhalten und werden verkauft. Der Schlossgraben wird aufgefüllt.

Auf dem nachfolgenden Bild (Aufnahme um ca. 1900) sind vom Schloßwohngebäude mit der darin befindlichen Kapelle nur das "Schloß-Nickl" Anwesen, sowie von den Wirtschaftsgebäuden der Schlossbauern-Hof und ein kleineres Wohnhaus übriggeblieben.

Die Hofmark Salmanskirchen und die nähere Umgebung werden nach den Verwaltungsreformen des Grafen Monteglas der neugebildeten Steuergemeinde Stefanskirchen zugeschlagen.

Am 11. November 1835 bitten einige Bürger von Salmanskirchen die königliche Regierung eine eigene Gemeinde mit 49 Familien bilden zu dürfen und um Lostrennung von der (Steuer-)Gemeinde Stefanskirchen.

Am 7. Mai 1837 erlässt das Staatsministerium des Innern, Auf Seiner Koeniglichen Majestaet allerhoechsten Befehl, die nachfolgend abgebildete Gründungsurkunde für die Landgemeinde Salmanskirchen, dass Salmanskirchen eine eigene Landgemeinde mit den Orten Kieferung, Aidenbach, Berg, Lutzenberg, Oberneuling, Boxham, Unterneuling, Vogging, Aiching und Wendling mit nunmehr insgesamt 51 Familien bilde.

Im Zuge der Gebietsreform ging am 1. Januar 1978 die Eigenständigkeit der Gemeinde Salmanskirchen mit der Eingliederung in die Gemeinde Ampfing nach 140 Jahren zu Ende. Gleichzeitig wurde die kirchliche Filialgemeinde aus der Pfarrei Lohkirchen in die Pfarrei Ampfing umgegliedert.